Notarztprüfung neu – zwei Braunauer bei Premiere in Wien mit dabei

Seit 1. Juli gilt eine neue Verordnung für Notärztinnen und Notärzte. Durch diese Verordnung sollen Ärztinnen und Ärzte ohne Turnus bereits nach 33 Monaten statt wie bisher nach sechs Jahren diese Tätigkeit ausüben können. Bei der ersten Notarztprüfung in Wien nach diesem neuen Modell waren von elf Teilnehmern zwei aus dem Krankenhaus Braunau.

Bisher war die Teilnahme am Notarztdienst nach dem Turnus, also einer dreijährigen, eher allgemeinmedizinischen Ausbildung, und einem Kursbesuch sowie Praktika im Notarztdienst ohne zusätzliche Prüfung möglich. Heutzutage beginnen aber viele junge Kolleginnen und Kollegen direkt mit der Facharztausbildung, durften aufgrund der bisherigen gesetzlichen Vorgaben aber erst nach sechs Jahren ärztlicher Tätigkeit Notarzt fahren. Um die somit entstehende mehrjährige Lücke und einen eventuellen Notärztemangel vorzubeugen, war diese Gesetzesänderung notwendig.

„Der enorme Qualitätsanspruch ist richtig und wichtig“

Mit der neuen Notärztinnen-/Notarzt-Verordnung (NA-V) vom 1. Juli 2019 müssen Ärztinnen und Ärzte nun 33 Monate tätig sein, einen 80-Stunden-Notarztkurs absolvieren, mindestens 20 Schwerkranke oder Schwerverletzte unter Aufsicht versorgen und danach eine Prüfung an der Österreichischen Ärztekammer bestehen. Erst dann dürfen sie bereits während der Facharztausbildung als Notärzte eingesetzt werden. „Dieser enorme Qualitätsanspruch ist richtig und wichtig, fordert uns aber heraus. Das ist aber gut so“, betont Primar Dr. Florian Neuhierl, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.

Dr. Dana-Stefania Matei und Dr. Julian Zechmeister jetzt als Notärzte aktiv

Am 18. Dezember 2019 wurde die erste Notarztprüfung nach dieser neuen Verordnung in Wien durchgeführt. Mit Dr. Dana-Stefania Matei und Dr. Julian Zechmeister waren eine Ärztin und ein Arzt aus dem Krankenhaus Braunau mit dabei. „Von österreichweit elf Prüflingen kamen zwei aus Braunau“, erzählt OA Dr. Lennar Riesinger, Anästhesist und aktiver Notarzt am Krankenhaus Braunau. „Und natürlich haben beide mit Erfolg bestanden“ ergänzt sein Kollege Dr. Christian Lutsch stolz. Dr. Dana-Stefania Matei und Dr. Julian Zechmeister sind ebenfalls Anästhesisten am Krankenhaus Braunau und nun als neue Notärzte im Bezirk Braunau aktiv.

„Braunauer hatten Nase wieder vorne dabei“

„Die Prüfung war schon knackig“, berichtet Dr. Zechmeister. „Vom Kindernotfall bis zur Allergie, vom Herzinfarkt bis zum Schwerverletzen war alles dabei.“ „Gott sei Dank wurden wir von unserer Abteilung für Anästhesie in St. Josef so gut ausgebildet und trainiert. Wir freuen uns schon, Notärzte zu sein!“, sagt Dr. Matei. Und Primar Neuhierl, Dr. Riesinger und Dr. Lutsch freut das auch, denn „guter Nachwuchs ist unsere Zukunft! Und die Nase hatten wir Braunauer auch wieder vorne mit dabei.“

Notarztdienst als wesentlicher Bestandteil der akutmedizinischen Versorgung

Der Notarztdienst ist wesentlicher Bestandteil der akutmedizinischen Versorgung der Bevölkerung. Bereits an der Einsatzstelle beginnt das Team aus Notarzt, Notfall- und Rettungssanitätern mit der intensivmedizinischen Behandlung von schwerverletzten oder akut erkrankten Menschen. Es gilt, bereits hier die lebenswichtigen Körperfunktionen wiederherzustellen oder zu stabilisieren. Auch die Behandlung stärkster Schmerzen beginnt schon an der Einsatzstelle. Die Weichen für eine richtige Versorgung werden weit vor der Ankunft im Krankenhaus gestellt. „Die Qualität der notärztlichen Behandlung entscheidet wesentlich über die Heilungschancen der Patienten“, erklärt Primar Neuhierl.

Im Bezirk Braunau nehmen ausschließlich Anästhesisten am Notarztdienst teil

„Aus diesem Grund legen wir am Krankenhaus St. Josef in Braunau höchsten Wert auf eine optimale Ausbildung unserer Notärzte“, fügt Neuhierl hinzu. Oberarzt Dr. Lennar Riesinger und Facharzt Dr. Christian Lutsch sind Anästhesisten und aktive Notärzte am Krankenhaus St. Josef Braunau. Als medizinische Leiter des Notarztdienstes sind sie Ansprechpartner des Roten Kreuzes und organisieren gemeinsam den reibungslosen Dienstbetrieb. „Im Bezirk Braunau nehmen ausschließlich Anästhesisten am Notarztdienst teil“, erzählt OA Riesinger. „Da wir uns täglich im Operationssaal, auf der Intensivstation oder im Aufwachraum um schwerkranke oder geschmerzte Patienten kümmern, sind wir natürlich froh, dieses Know-how auch nach draußen bringen zu können“, ergänzt Dr. Lutsch.