Neuer Standard bei Nasennebenhöhlen-Operationen in Braunau

Bei Nasennebenhöhlen-Operationen kommt es aufgrund der feinen Anatomie in diesem Bereich sehr oft auf jeden Millimeter an. Seit dem Frühjahr verwendet das Krankenhaus Braunau ein Navigationssystem für derartige Eingriffe. Dieses System gibt dem Operateur vor allem bei komplexeren Eingriffen mehr Sicherheit und kann somit mögliche Komplikationen deutlich minimieren.

„Im HNO-Bereich, insbesondere den Nasennebenhöhlen, arbeiten wir in der Nähe von gefährlichen Regionen des Kopfes. Das Auge, die Schädelbasis inklusive der Riechgrube oder auch größere Gefäße befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft“, weiß Oberarzt Dr. Richard Frauscher, Leiter der HNO-Abteilung. „Wir erstellen deshalb vor der Operation vom Patienten mittels Computertomographie Bilder. Die wichtigsten anatomischen Orientierungspunkte werden vom Operateur durch das Bilderstudium vor der Operation identifiziert. Während der Operation interagiert dann das Navigationssystem mit den eingespielten Bildern und den medizinischen Instrumenten. Ich kann auf dem Bildschirm jederzeit genau sehen, wo ich mich mit dem Operationsinstrument befinde.“

Zu den häufigsten Operationen im HNO-Bereich zählen Eingriffe bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen, die Entfernung von Polypen aus der Nase und den Nasennebenhöhlen sowie sogenannte Revisions-Operationen. Letzteres sind Eingriffe, die vor allem nach der Polypen-Operation erneut durchgeführt werden müssen, weil Polypen oft wiederkehren.

„Die anatomischen Kenntnisse braucht man mit dem Navigationsgerät nach wie vor. Das System gibt aber Sicherheit und man lernt mit ihm auch ständig dazu. Für einfache
Operationen wäre dieses System eigentlich nicht notwendig, bestätigt aber die zuvor identifizierten Strukturen. So wird der richtige Umgang mit dem System erlernt. Es ist der beste Standard, den es derzeit gibt“, erklärt Oberarzt Frauscher.

„Früher haben wir komplexere Operationen nicht durchgeführt, weil wir uns dabei in sehr gefährlichen Regionen bewegt hätten und ein unnötiges Risiko eingegangen wären. Mit dem Navigationssystem können wir jetzt auch in diese Regionen vordringen.“