Neuer Meilenstein in der Labor-Analyse

Im Zentrallabor des Krankenhauses St. Josef in Braunau sind seit Kurzem zwei neue Analysegeräte für chemische und immunologische Parameter im Einsatz. Diese beiden identen Geräte im Wert von 360.000 Euro, die derzeit innovativsten am Markt, punkten mit ihrer Schnelligkeit und ihrer kontinuierlichen Ergebnisqualität.

1,8 Millionen Befundergebnisse liefert das Zentrallabor des Krankenhauses pro Jahr. Die Hälfte davon laufen über diese beiden Geräte. „Für uns ist die Anschaffung der beiden Analysegeräte ein echter Meilenstein. Sie sind nicht nur schneller und effektiver, sondern haben auch einen hohen Automatisierungsgrad und brauchen darüber hinaus auch weniger Platz“, betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Johann Auer, Leiter der Abteilung für Innere Medizin 1.

Mit den beiden Geräten werden aus dem Blut der Patientinnen und Patienten zum einen chemische Parameter ermittelt. Dazu zählen zum Beispiel Parameter, die das Herz, die Nieren, die Leber oder die Bauchspeicheldrüse betreffen. Zum anderen aber auch immunologische Parameter wie beispielsweise Hormone, Tumormarker, Hepatitis oder HIV.

Geräte werden jeden Tag überprüft

„Wichtig ist zu erwähnen, dass beide Geräte völlig baugleich sind. Dadurch haben wir ein 100-prozentiges Backup, wenn ein Gerät einmal nicht funktionieren sollte“, informiert Leopoldine Krenn, die Leiterin des Zentrallabors. Die Geräte müssen jeden Tag neu auf ihre Funktionsfähigkeit getestet werden. „Wir haben eine bekannte Probe, von der wir alle Paramater kennen. Jeden Tag wird diese Probe überprüft. Erst wenn alle Werte richtig analysiert werden, geben wir die Geräte auch für die Analyse des Blutes der Patientinnen und Patienten frei“, berichtet Krenn. Die analysierten Werte werden an die PCs der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertragen. Dort werden sie noch einmal auf ihre Plausibilität überprüft. Und erst wenn sie plausibel erscheinen, werden sie für die Ärztinnen und Ärzte freigegeben.

Labor macht das „Unsichtbare sichtbar“

Die Blutproben schauen zu 90 Prozent alle gleich aus. „Nur bei wenigen erkennt man mit bloßem Auge, dass irgendwelche Parameter nicht in Ordnung sind. Unsere Aufgabe ist das Sichtbarmachen des Unsichtbaren“, beschreibt Krenn die Labor-Tätigkeit. Das Zentrallabor ist eine Serviceeinrichtung für alle Abteilungen des Krankenhauses. „Die Anzahl der Analysen ist in den vergangenen zehn Jahren enorm gestiegen. Neben Chemie und Immunologie gehören auch die Ermittlung von kompletten Blutbildern und die Erstellung von Blutgerinnungsbefunden sowie die Analyse des Harns zu unseren Tätigkeiten. Wir haben bei uns auch ein Blutdepot zur Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Blutkonserven angelegt.“

Zentrallabor ist sieben Tage und jeweils 24 Stunden offen

Rund 15 Mitarbeiterinnen, alle biomedizinische Analytikerinnen, sind derzeit im Zentrallabor in Braunau tätig, in dem rund um die Uhr – sieben Tage und jeweils 24 Stunden – gearbeitet wird, da bei Notfällen die Analysen sofort benötigt werden. Interessierte an diesem Job müssen nach der Matura eine Aufnahmeprüfung für die Fachhochschule absolvieren. Die Ausbildung zum Bachelor dauert sechs Semester. „Die Berufschancen stehen gut und die Einsatzgebiete sind vielfältig“, weiß Krenn. „Man kann zum Beispiel auch in der Forschung, im Pharmabereich, in der Pathologie oder auch in Privatlabors tätig sein.“

 

 

 

 

 

Am Bild: Leopoldine Krenn (Leiterin des Zentrallabors) und Prim. Univ.-Prof. Dr. Johann Auer (Leiter der Abteilung für Innere Medizin 1)