Mit Vorsorgeuntersuchungen Darmkrebs vermeiden

In den vergangenen Wochen kamen deutlich häufiger Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs in einem weit fortgeschrittenen Tumorstadium in das Krankenhaus – Patientinnen und Patienten, die keine Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen haben. Prim. Univ. Prof. Dr. Sigrid Kastl, MHBA, Vorstand der Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie am Krankenhaus St. Josef Braunau, appelliert an die Bevölkerung, trotz Corona rechtzeitig Darmspiegelungen durchführen zu lassen.

„Darmspiegelungen im Rahmen der Krebsvorsorge helfen, Vorstufen von Darmkrebs zu erkennen und diese frühzeitig endoskopisch abzutragen. Darmkrebs kann dadurch häufig vermieden werden. Sollte bereits ein bösartiger Tumor im Frühstadium vorliegen, ist dieser durch eine Operation heilbar“, betont Prim. Univ. Prof. Dr. Sigrid Kastl. „Wir erleben in der Chirurgie aktuell, dass Patientinnen und Patienten erst mit Spätsymptomen wie Gewichtsabnahme, Bauchschmerzen und Stuhlverhalt zum Arzt gehen oder gar erst als Notfall mit einem Darmverschluss das Spital aufsuchen. Leider stellen wir gerade deutlich häufiger als vor der Corona-Pandemie fest, dass eine fortgeschrittene Tumorerkrankung besteht. Operationen können dann häufig nur zur Linderung von Beschwerden erfolgen, aber nicht mehr heilen. Wir Chirurgen appellieren deshalb dringlich, die Vorsorge-Darmspiegelung wahrzunehmen. Die niedergelassenen Endoskopiker – Internisten wie Chirurgen – und auch das Krankenhaus Braunau bieten zeitnahe Untersuchungstermine an.“