Hernienchirurgie

Allgemeine Informationen zu Hernien

Eine Hernie oder ein „Bruch“ entsteht an einer Schwachstelle der Bauchwand oder des Zwerchfells. Ist die Hernie von außen zu erkennen oder führt die Vorwölbung, die bei einem Bruch entsteht, vom Körperinneren in Richtung Haut, spricht man von einer äußeren Hernie. Befindet sich die Hernie innerhalb des Bauchraumes, so nennt man sie innere Hernie.

Die häufigsten äußeren Brüche sind Leisten-, Nabel-, Narben-, beziehungsweise Bauchwand- und Schenkel-Hernien und der häufigste innere Bruch ist die Zwerchfellhernie. Da Weichteilbrüche sich nicht zurückbilden, sondern mit der Zeit größer werden und insbesondere bei körperlicher Anstrengung Beschwerden machen und im Falle einer Darmeinklemmung zum Notfall werden können, sollten Hernien mittels Hernienchirurgie versorgt werden.

Hernienarten und ihre Behandlungen im Überblick

Die am häufigsten auftretenden Hernien sind:

  • die Leistenhernie: Sie kann in jedem Alter vom Neugeborenen bis zum Senior auftreten
  • die Schenkelhernie: Diese tritt hauptsächlich bei Frauen auf und ist manchmal schwer zu diagnostizieren
  • die Nabelhernie: Man findet sie häufig bei Drucksteigerung im Bauchraum durch Übergewicht, Schwangerschaft oder Erkrankung des Bauchraumes
  • die Narbenhernie: nach 20% aller Bauchoperationen, sehr häufig bei Operationen an der Bauchschlagader und nach Notfalleingriffen am Bauch
  • die Zwerchfellhernie:  Diese kann die Ursache für Sodbrennen, die sog. Refluxösophagitis sein.

Operationsverfahren

Am Krankenhaus Braunau wird die Hernienchirurgie tagesklinisch oder auch im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt. Zuvor ist eine körperliche Untersuchung und Beratung nach Terminvereinbarung in der Herniensprechstunde (mittwochs von 9-12 Uhr, Terminvereinbarung unter 07722-8046110) oder über eine unserer Privatordinationen erforderlich. Dort werden Sie von einem versierten Facharzt beraten und ein für Sie maßgeschneidertes Operationsverfahren wird besprochen. Welche Operationsmethode gewählt wird, hängt vom Alter der Betroffenen, zugrundeliegenden Erkrankungen sowie der Lage und Größe des Bruchs ab. Der Patientenwunsch wird dabei selbstverständlich mitberücksichtigt.

Leistenbruchoperation: Prinzipiell gibt es drei verschiedene Methoden, die Operation nach Shouldice (beim jüngeren Patienten), Operation nach Lichtenstein („offene Bruchversorgung mit einem künstlichen Netz“) sowie minimal-invasive Verfahren (TAPP, TEP) mittels Bauchspiegelung („Schlüssellochchirurgie“, minimal-invasiv, Bruchversorgung mit einem künstlichen Netz).

Schenkelbruchoperation: Bei der Schenkelhernie gibt es grundsätzlich zwei Methoden der Hernienchirurgie: die offene und die laparoskopische Methode.

Nabelbruchoperation: Auch hier kommt die offene und die laparoskopische Methode zum Einsatz. Bei kleinen Bruchpforten < 1 cm wird der Bruch meist direkt vernäht, bei größeren Bruchpforten wird zur Stabilisierung zusätzlich ein Netz eingebracht.

Narbenbruchoperation: Bei der operativen Versorgung von Narbenbrüchen bieten wir jahrelange Erfahrung in einem sehr breiten Spektrum unterschiedlicher Operationstechniken an. Das jeweils gewählte Verfahren wird individuell mit dem Patienten besprochen und geplant. Auseinandergewichene Muskelschichten werden möglichst anatomiegerecht wieder zusammengenäht. Beim Bruchverschluss durch direkte Naht werden kleine Narbenhernien bis zu einem Durchmesser von etwa zwei Zentimetern bei Patienten ohne Risikofaktoren für ein Rezidiv (Wiederholungsbruch) direkt vernäht. Bei großen Bruchlücken, bestehenden Risikofaktoren für ein Rezidiv oder wiederholter Hernienchirurgie wird ein Kunststoffnetz, in oder unter die offene Stelle gelegt und mit einer Muskelschicht verbunden. Je nach Schicht der Bauchwand, in der das Netz eingebracht wird, werden verschiedene Methoden der Hernienchirurgie (Sublay-, Inlay-, Onlay-Methode) unterschieden. In manchen Fällen ist es erforderlich, vorab eine Bauchdeckenentspannung durch Botulinustoxin Injektionen in die beiseite gewichene Bauchmuskulatur zu spritzen, um einen spannungsfreien Bruchpfortenverschluss zu ermöglichen.

Auch minimal-invasive Hernienversorgungen kommen häufig zum Einsatz (MILOS, e-MILOS, IPOM).

Zwerchfellbruchoperationen: Als Operationsvorbereitung sind eine Magenspiegelung sowie eine Säuremessung in der Speiseröhre sowie eine Druckmessung in der Speiseröhre erforderlich. Eine Röntgenuntersuchung in Kopftieflage nach einem vorherigen Kontrastmittelschluck ergänzt die Diagnostik. Die Eingriffe erfolgen überwiegend minimal-invasiv. Wir rekonstruieren den Zwerchfellbruch und formen eine 270 Grad Magenmanschette, der einen Säurereflux in die Speiseröhre verhindert.