Krankenhaus Braunau setzt Initiativen für Gewaltschutz

Das Krankenhaus kann eine erste Anlaufstelle für Gewaltopfer sein. Deshalb werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses Braunau im Umgang mit Gewaltopfern geschult. Derzeit läuft eine Initiative zum Thema „Stoppt Gewalt“.

Bereits vor einigen Jahren wurde im Krankenhaus St. Josef in Braunau eine Opferschutzgruppe für Erwachsene gegründet. Diese ist multiprofessionell und interdisziplinär besetzt und besteht aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonen, Psychologinnen sowie Mitarbeiterinnen der Verwaltung.

„Um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses zu schulen, erstellen wir Informationsmaterialien und organisieren auch – sobald es die Coronalage zulässt – wieder Fortbildungen“, betont Sandra Brunner, MA, Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement des Krankenhauses, die diese Gewaltschutzgruppe organisatorisch leitet. Die fachliche Leitung obliegt der Klinischen Psychologin und Psychotherapeutin Mag. Gudrun Pointner. Derzeit erarbeitet die Gruppe im Rahmen der Initiative „Stoppt Gewalt“ Unterlagen für von Gewalt Betroffene mit nützlichen Kontakten sowie unterstützenden Informationen. „Auch die Vernetzung mit den für Gewaltschutz zuständigen Stellen außerhalb des Krankenhauses wie zum Beispiel Polizei, Frauenhäusern oder Frauenberatung ist uns ein wichtiges Anliegen, um nicht zuletzt im Anlassfall rasch kompetente Hilfe zu vermitteln. In der geschützten Atmosphäre des regionalen Krankenhauses wird es Betroffenen vielleicht möglich, erste Schritte aus der Gewaltspirale zu machen“, erklärt Mag. Gudrun Pointner.

„Quartier 16“ – Wohnung, Begleitung, Orientierung für Frauen

St. Josef in Braunau ist ein Ordenskrankenhaus der Franziskanerinnen von Vöcklabruck. Die Franziskanerinnen setzen sich seit Langem für von Gewalt betroffenen Frauen ein. Im neuen „Quartier 16“ neben dem Mutterhaus in Vöcklabruck werden Frauen in schwierigen Lebenssituation Unterkunft, Orientierung und Begleitung finden. Die Eröffnung ist im Herbst 2021 geplant. Das „Quartier 16“ ist für Frauen unabhängig welchen Glaubens, mit oder ohne Kinder, da. Sie sollen dort zur Ruhe kommen können und finden Begleitung auf dem Weg zum Neustart. Es werden fünf Zimmer, zwei kleine Wohnungen, ein Gemeinschaftsraum, eine Küche, ein Spielzimmer für Kinder und ein Gesprächsraum mit Bibliothek zur Verfügung stehen. Derzeit wird das Haus renoviert.