Eine „Revolution“ in der Computertomografie

Im Februar ging im Krankenhaus Braunau ein neuer Computertomograf in Vollbetrieb. Das Gerät mit dem Namen „GE Revolution“ stellt einen echten Meilenstein für die Radiologie-Abteilung des Krankenhauses dar. Es ist strahlenärmer, schneller und erzeugt qualitativ besonders hochwertige Bilder. Insgesamt wurden rund 1,5 Millionen Euro in die Neuanschaffung investiert. 

„Dieser neue Computertomograf bietet uns im Krankenhaus Braunau jetzt wirklich ganz neue Möglichkeiten, die wir so davor nicht hatten. Das Gerät stellt den neuesten Stand der Technik in der Computertomografie dar“, betont Primar Dr. Robert Stelzl, Leiter der Abteilung für Radiologie am Krankenhaus Braunau. „Wir können jetzt Diagnosen noch genauer stellen, was letztendlich allen unseren Patientinnen und Patienten zugutekommt.“

Aufgrund der Röhren- und Detektortechnologie ist der „GE Revolution“ deutlich strahlenärmer. Die hohe Rotationsgeschwindigkeit und auch die höhere Dedektorbreite machen diesen Computertomografen auch wesentlich schneller als die bisher verwendeten Geräte, was die Strahlenbelastung ebenfalls verringert. Auch eine spektrale Bildgebung ist jetzt möglich. Durch die Dual-Energy-Technik werden die Bilder synchron mit zwei verschiedenen Röhrenspannungen, 80 und 120 kV, erstellt.

„Der neue Computertomograf liefert durch synchrone Aufnahmen mit zwei verschiedenen Röhrenspannungen Bilder mit unterschiedlicher Auflösung und zwei verschiedenen Kontrastqualitäten“, erklärt Primar Robert Stelzl. „Daraus kann der Computer die optimalen Bilder herausrechnen. Er rechnet zum Beispiel Bilder so um, dass virtuell verschiedene Kontrastmittelphasen und virtuell Bilder ohne Kontrastverstärkung dargestellt werden können. Man kann damit aber auch den Kontrast verstärken. Wir können jetzt zusätzlich qualitativ hochwertige Analysen erstellen. Zum Beispiel bei der Darstellung von Knochenmarksödemen, der Analyse von Steinen, wie etwa Nierensteinen, oder auch bei Gichtablagerungen in Gelenken.“

Enorme Fortschritte in der Diagnostik

Mit der spektralen Bildgebung kann auch die Darstellung von Blut verstärkt werden. Künstliche Artefakte, also beispielsweise Metallteile, werden vom Computer bei der Bilderstellung herausgerechnet. Ebenso kann der Computer Gefäßkalk wegrechnen, sodass er auf dem Bild nicht mehr störend zu sehen ist. Einen enormen Fortschritt stellt der neue Computertomograf auch bei der Darstellung der Durchblutung von Organen bei der Schlaganfalldiagnostik oder bei der Lungendurchblutung bei der Diagnose eines Lungeninfarkts dar.

„Der Computertomograf wurde für eine 14-tägige Schulungsphase im Jänner in Betrieb genommen. Unser altes System lief in dieser Zeit weiter, damit wir die anfallenden Untersuchungen weiterhin voll abdecken konnten“, sagt Primar Robert Stelzl. „Normalerweise werden alle Ärztinnen und Ärzte sowie Radiologietechnologen in einem externen Zentrum geschult. In Zeiten von Covid-19 geschah das vor Ort. In Vollbetrieb ging der Computertomograf in der zweiten Februarwoche.“

Mehr als 10.000 CT-Aufnahmen  

In der Radiologie-Abteilung des Krankenhauses Braunau arbeiten derzeit acht Ärztinnen und Ärzte sowie 24 Röntgentechnologinnen und Röntgentechnologen. Im Jahr 2019 wurden in der Abteilung 10.084 CT-Untersuchungen durchgeführt, weiters unter anderem 36.204 Röntgenaufnahmen für die Orthopädie/Unfallchirurgie, 9.956 Untersuchungen im Zentralröntgen, 8.874 MRT-Untersuchungen,7.874 Ultraschall-Untersuchungen und 286 Angiographien.