Das schreiende Kind

Schreien ist eine wichtige Möglichkeit des Babys Kommunikation zu üben bzw. auch Unmut zu äußern. Deswegen kann Schreien sehr viel Verschiedenes bedeuten – Schmerz, Unlust und Langeweile, Hunger, eine volle Windel, der Wunsch nach Zuneigung … Beobachten Sie Ihr Kind – Sie werden verschiedene Arten des Schreiens unterscheiden lernen.

Das Problem des Schreikindes oder der sogenannten Dreimonatskoliken ist seit langem bekannt und wird meist auf Blähungen des Magen- Darmtrakts zurückgeführt. Wahrscheinlich ist es ein Lernprozess, ein Ausreifen. Das Gehirn des Kindes muss lernen, Reize aus dem Magen-Darm Trakt richtig einzuordnen.

Patentrezepte dagegen gibt es leider keine. Man weiß allerdings, dass Schreiattacken wesentlich seltener auftreten, wenn man versucht den Stress des Babys zu verringern und den Tagesablauf zu strukturieren, sodass es für das Kind gewohnte Strukturen gibt.

Praktisch bedeutet dies: Vermeidung von Übermüdung, Gewöhnung an einen bestimmten Tagesrhythmus, Ausnutzen von Wachphasen zur Kommunikation mit dem Kind, Überbrücken von kritischen Schreistunden durch Spazierengehen und vor allem auch Zeit für die Mutter zum Entspannen.

Es soll Ihnen als Eltern bewusst sein, dass ein Kind auch einmal schreien darf und man nicht immer gleich in „Panik“ fallen muss. Gerade Unsichertheit der Eltern kann sich leicht auf das Baby übertragen und die Situation verschlimmern.

Geben Sie Ihr Kind ruhig auch einmal ab. Sie sind deswegen keine schlechtere Mutter- im Gegenteil, sie haben danach mehr Energie um fit für die Familie zu sein.

Lassen Sie sich vor allem nicht entmutigen, Koliken gehen vorbei!

Im Zweifelsfall jedoch, wenn sich das Baby gar nicht mehr beruhigen lässt oder das Schreien sich anders anhört als sonst, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eventuelle Schmerzursachen nicht zu übersehen.