Analabszess und Analfistel

(assoziierte Krankheitsbilder)

Analfisteln sind entzündliche Veränderungen der Analregion; über einen sog. Fistelkanal entleert sich meist eitriges Sekret, bei einer Verbindung zum Rektum oder Anus evtl. auch Stuhl; diese Erkrankung tritt meist als Residuum eines periproktitischen Abszesses auf oder findet sich auch gehäuft bei Patienten mit Morbus Crohn. Zu Beginn des Krankheitsgeschehens steht fast immer eine Entzündung der sog. Proktodealdrüsen (70-80%). Von hier aus breitet sich die Entzündung aus und es kommt zunächst zur Abszessbildung bzw. längerfristig zu einer Fistelung. Die einzig wirksame Behandlung besteht in einer vollständigen Entfernung von Abszess und/oder Fistelgang.

Bei komplizierteren Fisteln sind manchmal wiederholte operative Eingriffe notwendig, in Ausnahmefällen können diese erst nach Anlage eines temporären Stomas (künstlichen Darmausgangs) erfolgreich durchgeführt werden. Entscheidend für Behandlung und Prognose ist dabei der Fistelverlauf in Bezug zum Sphinctersystem und zum Anorektum, der in der Fistelklassifikation nach Parks seinen Ausdruck findet.