Therapie

1. Behandlung von Sehschwächen

Orthoptik-Therapie-OkklusionZur Behandlung von Sehschwächen (Amblyopien) wird meistens eine Abklebebehandlung (Okklusionstherapie) durchgeführt. Dabei wird das gesunde Auge abgeklebt und das sehschwache (amblyope) Auge wird dadurch zum Fixieren angeregt. Die Okklusion erfolgt in den meisten Fällen mittels spezieller Augenpflaster.

Die Dauer der Okklusionstherapie ist immer abhängig von der Ursache, der Schwere der Amblyopie und vom Alter des Patienten. Regelmäßige Verlaufskontrollen, in den meisten Fällen bis zur Pubertät, sind unerlässlich!

2. Anpassung von Brillen

2.1 Im Säuglings- und Kleinkindalter erfolgt die Brillenanpassung immer im Rahmen der objektiven Refraktionsbestimmung in Cycloplegie (= „Lähmung“ des zur Akkommodation benötigten Ziliarmuskels mittels spezieller Augentropfen) durch den Augenarzt.

Indikationen für eine Brillenverordnung im Säuglings- oder Kleinkindalter

sind u. a.:

  • hohe Fehlsichtigkeit
  • unterschiedliche Fehlsichtigkeit der einzelnen Augen (Anisometropie)
  • Schielerkrankungen
  • Akkommodationsstörungen
  • Kopfschmerzen

Orthoptik-Therapie-Brillenanpassung2.2 Die Brillenanpassung bei Jugendlichen und Erwachsenen erfolgt meist nach subjektiven Angaben. In vielen Fällen, vor allem bei jüngeren Patienten, geht jedoch eine objektive Bestimmung der Fehlsichtigkeit unter „Ausschaltung“ der Akkommodation voraus.

Objektive Messungen bei Jugendlichen und Erwachsenen werden u. a. durchgeführt bei:Verdacht auf latente Weitsichtigkeiten

  • Verdacht auf refraktionsbedingte Sehschwäche >> Diagnosesicherung!!
  • Akkommodationsstörungen
  • Fusionsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schielerkrankungen (z. B. akkommodatives Schielen)

3. Prismenbehandlung

Einer Prismenbehandlung geht zunächst immer eine optimale Brillenanpassung voraus.

Indikationen für eine Prismenbehandlung sind:

  • Latente Schielformen mit Beschwerden des beidäugigen Sehens (wie Verschwommensehen, Doppeltsehen oder Kopfschmerzen)
  • Vor Augenmuskeloperationen
  • Doppeltsehen im Rahmen erworbener Augenbewegungsstörungen z. B. nach Schlaganfall, Schädelhirntrauma
  • Kopfzwangshaltung