Postoperative Schmerztherapie

Leitender Oberarzt OA Dr. Bernhard Furtner (interimistische Leitung)
Bereichsleitung Christine Huber
Telefon
Tel.: +43 7722 / 804-6602

Ein schmerzfreies Krankenhaus

Warum ist Schmerztherapie so wichtig?

Die Schmerztherapie hat einen großen Einfluss auf das Gesamtergebnis der Behandlung.
Der Körper muss sich vom Operationsstress erholen und seine normalen Funktionen wieder aufnehmen. Gleichzeitig müssen mögliche Komplikationen wie z.B. Thrombosen oder Lungenentzündungen verhindert werden. Um dieses zu erreichen ist es wichtig, schnell wieder mobil zu sein.
Die meisten Behandlungen erfordern keine längere Bettruhe. Nach Operationen kann man oft schon am selben Tag in Begleitung einer Pflegekraft das erste Mal aufstehen.
Schmerzen können diese Mobilität negativ beeinflussen. Deshalb erhalten alle Patienten eine individuell angepasste Schmerztherapie.
Ziel dieser Behandlung ist es, Beweglichkeit und Selbstständigkeit zu gewährleisten, um so einen positiven Heilungsverlauf und eine schnelle Genesung zu ermöglichen. Periphere Nervenblockaden können bei Knieoperationen oder Schulteroperationen zur Schmerztherapie eingesetzt werden.

Gemeinsam dem Schmerz begegnen

Eine gute Schmerztherapie ist eine der wichtigsten Aufgaben in unserem Haus. Dies gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder.
Die Behandlung der postoperativen Schmerzen wird bereits während des Eingriffs im OP begonnen und im Aufwachraum und auf den Stationen fortgesetzt. Dazu wird vom Anästhesisten für jeden Patienten ein individuelles Schmerzprotokoll erstellt. Wenn Sie eine Schmerzbehandlung mit einer Schmerzpumpe oder Regionalanästhesie (Schmerzkatheter) erhalten, werden Sie täglich ein- bis zweimal von einem Anästhesisten persönlich besucht. Dieser erkundigt sich nach Ihrem Befinden und nach der Wirksamkeit der Schmerzbehandlung.
Um den Erfolg einer Schmerztherapie bewerten zu können, benötigen wir Ihre Mithilfe. Sie werden regelmäßig nach der Höhe Ihrer Schmerzen anhand einer Schmerzskala gefragt. Diese wird Ihnen gerne von den Schwestern und Pflegern des Krankenhauses Braunau vor der Operation erklärt. Durch diese Skala kann man den Schmerz messbar machen.

Schmerztherapiekonzept

Zur Behandlung der durch eine Operation hervorgerufenen Schmerzen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Verabreichung der Schmerzmedikamente erfolgt meist als Infusion direkt über die Vene, in einigen Fällen jedoch setzen wir zur Schmerztherapie spezielle Schmerzpumpen ein. Die Schmerzmedikamente werden für jeden Patienten individuell vom Anästhesisten zusammengestellt.

WICHTIG ist es, dass Sie alle Medikamente (Infusionen), die wir für Sie zusammengestellt haben, auch tatsächlich einnehmen.

Die konsequente Verabreichung nach einem festen Zeitplan sichert so einen hohen Wirkstoffspiegel. Nur dadurch kann das erneute Auftreten von Schmerzen verhindert werden. Wir empfehlen Ihnen, nicht auf Infusionen oder Tabletten zu verzichten, denn dann müssten Sie damit rechnen, dass die Schmerzen wieder auftreten und es länger dauern würde, bis Sie nach erneuter Gabe eines Schmerzmedikamentes wieder volle Schmerzfreiheit erlangen.

Weiters werden in unserem Haus häufig rückenmarksnahe Schmerzkatheter (PDK) eingesetzt. Diese werden nicht nur für Operationen angeboten, sondern auch für die Geburtsbegleitung.

Durch Perfusoren oder Schmerzpumpen (PCEA, PCRA) gelangt so das Medikament direkt in die Nähe der entsprechenden Nervenbahnen. Dadurch kommt es zu einer kontinuierlichen Schmerzausschaltung (Analgesie) der operierten Körperregion.

PCEA: Patienten kontrollierte epidurale Analgesie
PCRA: Patienten kontrollierte regionale Analgesie

PCA bedeutet: Patienten kontrollierte Schmerzausschaltung. Diese ermöglicht Ihnen, zusätzlich zu einer kontinuierlichen Gabe eines Lokalanästhetikums oder Schmerzmedikamentes noch eine festgelegte Menge eines Medikamentes zu bekommen. Mit dieser Pumpe können Sie sich sozusagen selbstständig Medikamente zuführen und sind damit unabhängig von Arzt oder Schwester.

Die Pumpe ist jedoch so eingestellt, dass die Gefahr einer Überdosierung nicht gegeben ist.

Diese Art der Schmerzausschaltung bringt für den Patienten klare Vorteile:

Sie gehört zu den wirksamsten Formen der Schmerztherapie, es treten kaum Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Müdigkeitserscheinungen auf. Kommt kein regionalanästhesiologisches Schmerztherapieverfahren für Sie in Frage, können Sie trotzdem von der Schmerzpumpe profitieren und sich selber Schmerzmedikamente intravenös (PCIA) verabreichen.

PCIA: Patienten kontrollierte intravenöse Analgesie

Falls Sie noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unsere Abteilung.