Anästhesie

Die Abteilung für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie erbringt jährlich mehr als 8500 anästhesiologische Leistungen in allen Fachgebieten. Ein Team aus 20 Ärztinnen und Ärzten, sowie 14 Personen im Pflegebereich ist an 12 anästhesiologischen Arbeitsplätzen rund um die Uhr für das Wohl der Patienten tätig.  Das Leistungsspektrum unserer Abteilung reicht dabei von der Betreuung operativer, interventioneller und diagnostischer Patienten, der operativen Intensivmedizin, der Notfallmedizin bis hin zu einer umfassenden Schmerztherapie.

Die Anästhesiologie als medizinisches Fachgebiet umfasst Anästhesieverfahren der Allgemein- und Lokalanästhesie, einschließlich deren Vor- und Nachbehandlung. Neben der Anwendung moderner Anästhesieverfahren – inkl. Narkosetiefen- und Muskelentspannungs-Messung (NMT-Monitoring) – kommen bei uns auch kombinierte Verfahren nach dem Fast-Track-Konzept zum Einsatz.

 

Mit einem Anteil von über 30 % nimmt die Regionalanästhesie eine wichtige Rolle ein. Ultraschallgezielte Verfahren und Punktionen werden hierbei entweder alleine, oder aber auch in Kombination mit einer Vollnarkose eingesetzt. Angewendet werden sowohl rückenmarksnahe Verfahren – Spinalanästhesie, lumbale und thorakale Peridualkatheter und Kaudalanästhesie bei Kindern – als auch periphere Nervenblockaden wie interskalenäre und axilläre Plexusanästhesien, Femoralis – und Ischiadicusblockaden u.v.a.


Mit der stetigen Weiterentwicklung des Faches haben sich sowohl der Tätigkeitsbereich als auch die Anforderungen ständig erweitert. Der Fokus ist dabei längst nicht mehr rein auf die Narkose gerichtet. Die Anästhesiologie versteht ihre Aufgabe vielmehr als umfassendes perioperatives Management, welches von der präoperativen Patientenevaluation bis hin zur intra- und postoperativen Patientenüberwachung und –versorgung reicht, also die gesamte medizinische Betreuung und Versorgung der Patienten vor, während und nach einem operativen Eingriff umfasst.

Die präoperative Betreuung beginnt bereits mit dem Vorgespräch in der Anästhesieambulanz, im Zuge dessen eine adäquate Beratung, Vorbereitung und Risikoeinschätzung vor jedem operativen Eingriff erfolgt. In diesem Gespräch werden alle wichtigen Informationen gewonnen, die zur optimalen Planung der Narkose benötigt werden.

Anästhesieambulanz

Intraoperativ, also während der Operation, wird mit der sachgerechten Durchführung und Überwachung der Narkose oder der Regionalanästhesie selbst das perioperative Management fortgesetzt.

Unser Anästhesieteam, bestehend aus einem Arzt und einer Pflegekraft, betreut unsere Patienten in sechs mit moderner Technik ausgestatteten Sälen im Zentral-OP – sowie sechs dezentralen Anästhesiearbeitsplätzen (MRT,CT, Schockraum, Sectio-OP, Gipsraum und Endoskopie).

Die Anästhesisten sorgen für den nötigen Schlaf und Schmerzfreiheit und übernehmen dabei – dem jeweiligen Operationsverlauf entsprechend – die lückenlose Überwachung aller wichtigen Körperfunktionen wie Atmung, Herz-Kreislauf etc.

Um größtmögliche Sicherheit gewährleisten zu können, sind intraoperativ eine Vielzahl nichtinvasiver und invasiver Monitoringsysteme in Verwendung – z.B. BIS, NMT, TEE, PICCO, Cardio-Q. Zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Gerinnungsproblemen steht uns – neben der gängigen Laboruntersuchung – auch eine Thrombelastographiediagnostik (ROTEM) zur Verfügung.

Als fremdblutsparende Maßnahme wird bei uns vor großen Eingriffen zudem frühzeitig eine Blutbildkontrolle durchgeführt. Eventuelle Blutarmut (Anämie) kann so präoperativ diagnostiziert und behandelt werden. Intraoperativ setzen wir die maschinelle Autotransfusion (Cell-Saver) ein. Diese alle hierfür nötigen Prozesse werden in unserem Patient-Blood-Management (PBM) geregelt und ständig aktualisiert.


In der postoperativen Phase besteht das Ziel, eine schnellstmögliche Genesung der Patienten herbeizuführen und Komplikationen zu vermeiden bzw. zeitnah zu erkennen und zu therapieren. Die Weiterbetreuung in unserem ansprechend ausgestatteten Aufwachraum soll der Erholung der Patienten nach einem Eingriff dienen. Akribische Überwachung von Kreislauf, Atmung etc. wird hier – genau wie im OP –  gewährleistet.

Ebenso wird die intraoperativ begonnene Schmerzbehandlung fortgesetzt und angepasst, um nach einem Eingriff eine effektive Schmerztherapie gewährleisten zu können. Erst im stabilen und schmerzfreien Zustand erfolgt dann die Verlegung auf die Allgemeinstation.