ERGOTHERAPIE

Klettern als Therapie

In Zusammenarbeit mit Oberarzt Dr. Thomas Wanka von der Kinderstation – der selbst begeisterter Kletterer und ausgebildeter Übungsleiter für Sportklettern in der ÖAV-Sektion Braunau ist – konnte die Ergotherapie im Fachbereich Pädiatrie das Projekt "Therapeutisches Klettern" starten.

Der therapeutische Hintergrund:
Im pädiatrischen Ambulanzbereich werden Kinder von 0 – ca. 12 Jahren behandelt. Die Hauptzuweisungsgründe sind in der Regel: mangelnde Körperwahrnehmung, Koordinationsstörungen, Schwierigkeiten in der Grobmotorik, Auffälligkeiten der Feinmotorik und/oder Graphomotorik, ADHS, Entwicklungsverzögerungen, Gleichgewichtsunsicherheiten,…
Die Ergotherapie hilft dem jeweiligen Kind durch gezielte Bewegungsangebote und Förderung der Sinneswahrnehmung in seiner Gesamtentwicklung besser heranzureifen und Defizite auszugleichen.

Warum gerade Klettern?
Klettern ist eine Sportart, die eine Summe von „ergotherapeutischen Zielen“ in sich vereint. Man erlebt intensive Körpererfahrung, hat hohe Anforderungen an Kraft, Koordination und Bewegungsplanung zu bewältigen. Das Gleichgewichtssystem wird in hohem Masse beansprucht; man ist für seinen Körper selbst verantwortlich – die Kletterwand erlaubt nicht, sich über schnelle und ungenaue Bewegung „durchzuschummeln“.
Gesichert am Seil muss man lernen, sich auf jemanden anderen verlassen zu können und sich mit dem Partner abzusprechen – was für viele Kinder eine wichtige Lernerfahrung im sozialen Bereich darstellt.

Therapeutisches Klettern in der Praxis:
Der Alpenverein betreibt in Braunau eine ca. 6m hohe Kletterhalle, in der sich auch eine große Kinderkletterwand befindet. Dr. Thomas Wanka war in seiner Freizeit maßgeblich an der Errichtung dieser Kletterhalle beteiligt und konnte durch sein persönliches Engagement ermöglichen, dass Kletterwand sowie Kletterausrüstung von der Ergotherapie genutzt werden können.

Das bedeutet eine tolle Erweiterung des therapeutischen Angebotes; vor allem ermöglicht es uns, endlich auch in Kleingruppen von 2 – 3- Kindern behandeln zu können, was bisher auf Grund der beengten Raumsituation nicht möglich war.

Von den Therapiekindern wird das Projekt mit großer Begeisterung angenommen.

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