FUSSAMBULANZ FÜR DIABETIKER

Ort: Chirurgische Ambulanz, Hochparterre
Ambulanzzeiten: Jeden Dienstag 9.30 - 10.30 Uhr
Ärztliches Team: OA Dr.Schlichting, Sek.Arzt Dr.Holzmann

Ziel: Erweiterung des Angebotes der standardisierten Sekundärprävention im Krankenhaus Braunau zur Anpassung an internationale Standards, Verminderung der Amputationsrate bei Diabetiker.

Der Fuß eines Diabetikers ist ein schützenswertes Gut. Wer kennt nicht ein Familienmitglied, meist aus der vorletzten Generation, das zuckerkrank war und aufgrund nicht heilen wollender Wunden einen Unterschenkel verloren hat?
Aber das muss heute nicht mehr in jedem Fall sein!

Das Wesentliche in der Behandlung des "diabetischen Fußes" ist das
Verhindern seiner Misshandlung,

z.B. durch enges ungeeignetes Schuhwerk, falsche und gefährliche Fußpflege. Extrem wichtig ist aber eine gute Zuckereinstellung mit Langzeitwerten (HbA1c) unter 6,9%! Für die Stoffwechseleinstellung ist der Internist zuständig, aber bislang wurde dem Fußproblem zuwenig Beachtung, geschenkt - nicht zuletzt deshalb, weil die Betroffenen keinen Leidensdruck und keine Schmerzen verspüren.

Hier treffen wir auf den Angelpunkt des Diabetes-Fußproblems: der sogenannten diabetischen Polyneuropathie, einem durch die Zuckerkrankheit verursachten Nervenleiden, dass den Betroffenen unbewusst gefühllos macht: Es lässt ihn absolut schmerzfrei sein! (allerdings ohne dass sich die Betroffenen dieses Umstandes bewusst sind!)

Das klingt gut, ist aber schrecklich, denn oft gäbe es die Situation, dass der Fuß schon Alarm schreit, ......, aber der Körper ist dafür taub! (wenn Sie nicht Diabetiker sind, dürfen Sie das einmal mit einer getrockneten Erbse im Schuh eine Stunde lang ausprobieren, und sich dann vorstellen, dass ein Diabetiker mit Neuropathie das nicht spürt!)

Zur Einschätzung der Fuß-Situation bei Diabetikern gibt es im Krankenhaus Braunau an der Chirurgischen Abteilung eine Fußambulanz.

Im Rahmen einer Routineuntersuchung wird eine Fußvisite (Beurteilung der Haut, bereits vorhandene Druckstellen?, Nägel?), ein Gefäßstatus und eine kleine neurologische Untersuchung durchgeführt. Dadurch lässt sich das Risiko für ein "DFS - diabetisches Fuß-Syndrom" einschätzen, und es können wenn nötig rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zur Dokumentation steht uns ein Gerät zur genauen Fußdruckmessung im Schuh (Pedografie) zur Verfügung.

Häufig muss in der Folge Ihr Schuhwerk verändert werden; im einfachsten Fall durch das Anfertigen einer Einlage, bis zum orthopädischen Maßschuh. Eine Beratung zur Fehlervermeidung schließt dann den jährlichen Routinebesuch ab.

Der wichtigste Punkt zur Fehlervermeidung ist:

Wenn sie zuckerkrank sind und irgendeine Veränderung oder Wunde an ihren Füßen entdecken, kommen sie bitte ohne Zögern in unsere Ambulanz! In diesem Fall ist KEINE Wunde harmlos oder zu minder, fachgerecht versorgt zu werden!

Die Routineuntersuchungen werden Donnerstags zur üblichen Ambulanzzeit durchgeführt, eine telefonische Voranmeldung (07722 / 804-144) ist notwendig. Bei akuten Problemen, können Sie selbstverständlich an jedem Wochentag, auch unangemeldet, in die Ambulanz kommen.

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