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Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse beim Herzsymposium des Krankenhauses St. Josef Braunau:
Blutdruck unter 115, LDL unter 100, Ruhepuls unter 80 und viel mehr von den Kassen bezahlte Präventionsmedizin

Die Coronarangiographie des Krankenhauses St. Josef Braunau, zuständig für die herzmedizinische Versorgung des Innviertels und des bayerischen Raumes Rottal-Inn, veranstaltete am Samstag, 27. 9., ein bestens besuchtes und mit hochkarätigen Referenten besetztes Herz-Symposium im Stift Reichersberg.

Dabei ließen aktuellste Trends und wissenschaftliche Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie von koronaren Herzkrankheiten aufhorchen. So zeigen neueste Studien, dass an der Spitze der Risikofaktoren für Herzerkrankungen das Rauchen und schlechte LDL-Blutfettwerte stehen. Wissenschaftlich abgesichert ist jetzt auch, dass ein LDL-Wert über 100 (Milligramm pro Deziliter Blut) das Infarktrisiko mindestens verdoppelt. Und einen zu niedrigen LDL-Wert gibt es nicht, je weniger desto besser. Auch der obere Blutdruck sollte unter 115 sein. Wie überhaupt festgestellt wurde, dass dieser obere Blutdruckwert der entscheidende bei der Risikoabschätzung ist. Werte über 115 stellen für Herzpatienten eine erhebliche Gesundheitsbedrohung dar. Leider ist nur bei 20% der behandelten Blutdruckpatienten der Blutdruck auch richtig eingestellt. Und meist sind zwei oder drei Blutdruckmedikamente erforderlich, um einen individuell optimalen Blutdruck zu erzielen. Bedeutend mehr Augenmerk wird man in Zukunft auch auf den Ruhepuls richten. Denn ein Ruhepuls über 80 ist bei schon koronarer Erkrankung ein erhebliches Infarktrisiko. Grundsätzlich, so die Referenten, sind Bewegung und eine richtige Ernährung ein entscheidender Bestandteil einer Vorbeugung von Herzerkrankungen. Wobei vielfach aber der gesamte Lebensstil geändert werden muss bzw. die Ernährung insgesamt ausgeglichener werden soll. Das Setzen auf nur ein oder zwei gesunde Produkte, etwa Knoblauch oder Spinat, bringt wenig bis gar nichts. Und auch die in letzter Zeit so heftig propagierte Einnahme von Folsäure und zusätzlichen Vitamintabletten bringt absolut nichts zum Erreichen eines guten Homocystein-Wertes.

Überhaupt ist der Herzinfarkt nur schwer prognostizierbar, auch bei relativ geringen Stenosen, also Verengungen der Herzkranzgefäße, kann schon in jüngeren Jahren ein Infarkt drohen. Sehr schlecht steht es in diesem Zusammenhang um die Präventionsmedizin, vorbeugende medizinische Maßnahmen gegen Herzkrankheiten werden nämlich von den Sozialversicherungen nicht bezahlt. Und das, obwohl oft schon bei Schulabgängern mit vorbeugenden Maßnahmen begonnen werden müsste. Von den Referenten wurde hier ein totales Umdenken der Kassen gefordert, denn immer noch wird erst bezahlt, wenn ein Herzinfarkt aufgetreten ist. Wenn es zu einem akuten Herzversagen – etwa Vorderwandinfarkt –, zu einer stabilen oder instabilen Angina pectoris kommt, dann ist heute die mechanische Eröffnung der Herzkranzgefäße mit anschließender Ballondehnung der Gefäße und Stentimplantation das Mittel der Wahl. Das wird auch an der Coronarangiographie am Krankenhaus St. Josef bei allen Akutfällen erfolgreich durchgeführt. Denn diese Behandlung erhöht nicht nur die Überlebenschance wesentlich, sie verbessert auch die Prognosen und lindert stark die Beschwerden der Patienten.

Neueste Erkenntnisse gibt es auch in der Rehabilitation nach einem akuten Herzinfarkt und nach Bypassoperationen. Obwohl in Österreich noch kaum praktiziert, muss hier in Zukunft stark auf Krafttraining gesetzt werden. Dieses war bisher negativ besetzt, man setzte nur auf Ausdauertraining. Im Rehabilitationszentrum „Austria“ Bad Schallerbach setzt man seit drei Jahren erfolgreich auf Krafttraining. Denn dieses richtig betrieben, ist weniger belastend als Ausdauertraining und äußerst erfolgreich im Muskelaufbau. Und vor allem erhöht es auch dadurch die Chance auf Erhaltung der Selbstständigkeit des Patienten.

Der Coronarangiographie des Krankenhauses St. Josef Braunau ist es mit diesem Herbstsymposium bestens gelungen, neueste Erkenntnisse und Trends der Herzmedizin darzulegen und so für die medizinische Praxis und den Lebensalltag umsetzbar zu machen.


Referenten von links:
Univ.-Prof. Dr. Peter Schmid, Rehabilitationszentrum „Austria“ Bad Schallerbach,
Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Auer, Abteilung für Innere Medizin 1 mit Kardiologie unter Internistische Intensivmedizin Krankenhaus St. Josef Braunau
Prim. Univ.-Prof. Dr. Max Pichler, Innere Medizin – Kardiologie Paracelsus-Privatuniversität Salzburg
Prim. Dr. Peter Hartl, Abteilung für Herz-, Gefäß- und Toraxchirurgie Klinikum Wels-Grieskirchen
nicht am Bild: Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernd Eber, Innere Medizin – Kardiologie Klinikum Wels-Grieskirchen

vorne von links:
Sr. Kunigunde Dr. Fürst, Generaloberin der Franziskanerinnen von Vöcklabruck
Sr. Elsbeth Berghammer, Geschäftsführung TAU.GRUPPE der Franziskanerinnen

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