UROLOGIE

Behandlung von Potenzstörungen

Agil und potent auch im Alter!
Die moderne Medizin kann es möglich machen

Bei steigender Lebenserwartung in Mitteleuropa steigt natürlich auch der Anteil der bei älteren Männern auftretenden Gesundheitsstörungen. Im urologischen Bereich sind dies vorwiegend Beschwerden beim Wasser lassen und Potenzprobleme, die in der zweiten Lebenshälfte zunehmend auftreten.
Der dafür kompetente Facharzt ist der auch andrologisch ausgebildete Urologe.

Im Mittelpunkt der urologischen Untersuchungen, insbesondere bei Beschwerden beim Urinieren, steht die Prostata. Es ist dies eine etwa kastaniengroße Drüse, die unmittelbar am unteren Ende der Harnblase gelegen ist und durch die der oberste Anteil der Harnröhre hindurchzieht. Da sich dieses Organ bei vielen Männern mit zunehmendem Alter gutartig vergrößert und den oberen Anteil der Harnröhre einengt, kann es dadurch zu verschiedenen Beschwerden beim Wasser lassen kommen. Die Prostata kann aber auch krebsig entarten, wobei das Prostatakarzinom zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen des Mannes zählt.

Aus diesem Grund wird zumindest ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche urologische Untersuchung empfohlen, auch wenn keine Beschwerden vorliegen. Denn nur durch eine entsprechende Untersuchung und Bestimmung des PSA (ein für das Prostatakarzinom relevanter Bluttest) kann ein Karzinom im heilbaren Frühstadium festgestellt werden.

Was nun die Potenzprobleme anlangt - korrekt spricht man von erektiler Dysfunktion - so schätzt man in Österreich unabhängig vom Alter etwa 700.000 Betroffene.

Es kann sich dabei um Erektionsprobleme handeln, also ungenügende oder zu kurz dauernde Versteifung des Gliedes, es kann aber auch Libidoverlust, also das Fehlen von Lust auf Sex bestehen. In vielen Fällen liegt eine Kombination von beiden vor. Dazu können noch psychogene Faktoren wie Erwartungs- und Versagensängste sowie Partnerschaftskonflikte kommen.

Um zu einem geordneten Geschlechtsverkehr fähig zu sein, müssen eine Reihe von psychoorganischen Voraussetzungen vorliegen: Es sind dies die organische Intaktheit der Geschlechtsorgane, deren Durchblutung und nervliche Versorgung, die hormonelle Steuerung und natürlich auch die psychische Situation.

Häufig sind es Krankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin und Blutfette, Durchblutungsmängel, psychologische und psychische Probleme sowie in seltenen Fällen auch hormonelle Störungen.

Auch manche Operationen können zu Impotenz führen. Ebenso muss man bei der dauernden Einnahme von bestimmten Medikamenten, speziell Psychopharmaka und Bluthochdruckmittel, mit dieser Nebenwirkung rechnen.

Welche Möglichkeiten bietet nun die moderne Medizin um dieses Problem in den Griff zu bekommen:

Sollte der erektilen Dysfunktion eine organische Erkrankung zu Grunde liegen, muss diese natürlich primär behandelt werden. Wenn dies aber nicht zum gewünschten Erfolg führt oder wenn keine organische Ursache erkennbar ist, können einige hervorragend wirksame Therapien angeboten werden:

1. Seit 1997 steht sozusagen als Highlight das Medikament Viagra zu Verfügung. Es ist dies
eine Tablette, die etwa eine Stunde vor dem gewünschten Verkehr eingenommen in vielen Fällen das Problem löst. Es handelt sich dabei um die Substanz Sildenafil, die direkt am Schwellkörper wirksam wird und hier die Blutfüllung wesentlich verstärkt.
Da Sildenafil auch einen blutdrucksenkenden Effekt hat, kann es in manchen Fällen Kreislaufprobleme verursachen, insbesondere dann, wenn der Patient herzkrank ist und deshalb bestimmte Medikamente einnimmt. Es muss daher in jedem Fall entschieden werden, ob Viagra gefahrlos verordnet werden kann. In den meisten Fällen ist die Anwendung aber völlig problemlos. Viagra ist ein vom Arzt zu verordnendes Medikament, keine Lifestyle-Droge.

2. Das gleiche gilt auch für die zweite Substanz, nämlich Apomorphin (die Präparate heißen Ixense und Uprima), die seit kurzem ebenfalls zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassen sind. Es sind dies Sublinqualtabletten, die ihre erektionsfördernde Wirkung nicht direkt im Penis sondern über das Sexualzentrum im Gehirn entfalten.
Beiden Substanzen, sowohl Sildenalfil als auch Apomorphin, ist aber gemeinsam, dass sie nur bei sexueller Erregung und einer zumindest geringen Spontanerektion ihre Wirkung entfalten können.

3. Bei vollständiger Erektionsunfähigkeit kann die Schwellkörperselbstinjektion (SKAT) versucht werden. Dabei werden gefäßaktive Substanzen in den Schwellkörper des Penis injiziert, was meist zu einer kräftigen und ausreichend lang anhaltenden Erektion führt. Die notwendige Dosis muss natürlich zuvor ausgetestet und der Patient in der Technik der Selbstinjektion unterwiesen werden.

4. Der Vollständigkeit halber sei noch auf mechanische Methoden hingewiesen: Die Vacuumpumpe zur Erzielung der Erektion und die Implantation einer Penisprothese. Beide Methoden sind für Einzelfälle geeignet, wobei die Penisprothesen nicht nur teuer sonder auch mit erheblichen Risken belastet sind.

5. Die Gabe von männlichen Sexualhormonen, ebenso wie die Psychotherapie machen nur in wenigen Einzelfällen Sinn und spielen in der Therapie der erektilen Dysfunktion eine marginale Rolle.

Es ist heute somit durchaus möglich, den meisten an Potenzproblemen leidenden Männern, gleich welchen Alters, eine erfolgversprechende Behandlung anzubieten. Welche dies aus der geschilderten Palette sein kann, muss natürlich im Einzelfall entschieden werden.

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