CHIRURGIE

Kleine Chirurgie und septische Chirurgie
(Chirurgie bei Infektionen und Eiterungen)

Zu unseren Routinetätigkeiten gehört natürlich auch die sogenannte „kleine“ Chirurgie; also die Entfernung von Hauttumoren, Fettgewebsgeschwulsten (Lipome), Talkzysten (Atherome) und dergleichen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir - aus organisatorischen Gründen - keine ambulanten Eingriffe durchführen können! (in unserer Ambulanz besteht keine Operationsmöglichkeit). Wir müssen Sie daher stationär aufnehmen und die Operation in einem unserer kleinen OPs durchführen. Der Entlassungstermin ist dann mit dem diensthabenden Chirurgen zu besprechen und wird selbstverständlich von der Art des Eingriffs und der Methode der Schmerzausschaltung (Lokalanästhesie/Allgemeinnarkose) abhängig sein.

Der septischen Chirurgie, also der operativen Behandlung von Eiterungen und Infektionen, wurde immer gern ein „Stiefkinddasein“ in der Chirurgie zugebilligt (vielleicht unter Ausnahme der Kriegszeiten). Dieser Zweig der Chirurgie kann zwar schnell aus einer akuten Situation helfen (man bedenke nur die Wohltat, wenn ein pochender Abszess eröffnet und entleert ist); die endgültige Heilung dauert aber oft extrem lange und ist eine Herausforderung an Patient und Therapeuten.

In letzter Zeit haben wir jedoch ausreichend viele neue Werkzeuge in die Hand bekommen, um auch in der septischen Chirurgie eine deutliche Beschleunigung des Heilungsverlaufes erreichen zu können. Erwähnt sei an dieser Stelle das V.A.C-System, welches seit 2000 bereits sehr häufig bei offenen Wunden erfolgreich eingesetzt wurde.

„Offene Wunden“ inkludiert selbstverständlich auch alle Geschwürbildungen an den Unterschenkeln, gern als „offene Füße“ bezeichnet. Auch für solche Erkrankungen ist unsere Abteilung zuständig, wobei wir durch neue Methoden im Wundmanagement (feuchte Wundbehandlung, Madentherapie u.v.m) sehr gute Heilungserfolge aufweisen können. Für große Wundflächen bieten wir - nach erfolgreicher Wundkonditionierung - die Deckung der Wunde durch eine Hautplastik an.

Ein weites Einsatzgebiet stellt auch die Behandlung der Diabetes-bedingten Fußerkrankungen dar. Zwar ist die „Reparaturmedizin“ hier oft an ihrem Ende angelangt, und es müssen Zehen, Füße oder womöglich noch mehr amputiert werden........

Auch dieses Thema wurde in den letzten 10 Jahren intensiv beforscht und es liegen nun neue Arbeitsgrundlagen vor, die vor allem in der „Vorbeugung“ eitriger Fußkomplikationen, aber auch in der Behandlung neue Maßstäbe setzen. Wir führen eine Fußambulanz für Diabetiker, die vor allem der „Vorsorge“ und Risikoabschätzung dient. Andererseits versuchen wir die Forderung der WHO (Weltgesundheitsorganisation), nämlich durch geschickte Strategien die Notwendigkeit der „großen“ Amputationen (Oberschenkel, Unterschenkel) an Diabetikern so zu reduzieren, dass sie die Hälfte der Zahl von 1990 unterschreitet (St. Vincent-Deklaration), soweit wie möglich in die Praxis umzusetzen.