CHIRURGIE

Chirurgie der Gallenblase und der ableitenden Gallenwege
Chirurgie der Bauchspeicheldrüse

Die operative Entfernung der Gallenblase gehört, nach der Entfernung des Wurmfortsatzes (Blinddarmoperation), sicher zu den häufigsten Eingriffen einer chirurgischen Abteilung. Der Eingriff ist damit ein Routineeingriff und kann gemeinhin mit zwei Operationsmethoden erfolgen: einerseits der „offenen“ Gallenbalasenentfernung (CHE) oder als Gallenblasenentfernung mittels Bauchspiegelung (laparoskopische CHE, L-CHE) (und das ist heute die häufigste Methode).

Dazu etwas Theorie:
Die Leber produziert (neben vielen anderen Sekreten) ein braungrünes Sekret namens „Galle“. Dieses Sekret wird im ersten Abschnitt des Zwölffingerdarmes zur „Emulgierung“ der aus dem Magen kommenden Nahrungsfette benötigt und daher über einen von der Leber zum Zwölffingerdarm ziehenden Gang abgeleitet. Da der Zwölffingerdarm nicht ständig Fette aus dem Magen übernehmen muss, besteht am Ende dieses Ganges ein Schließmuskel, der die Galle, solange der Zwölffingerdarm leer ist, zurückhält und damit „aufstaut“. Diese aufgestaute Galle hat nun die Möglichkeit in ein – im Nebenschluss – über einen zusätzlichen Gang in einen Vorratsbehälter namens Gallenblase zu rinnen; um mehr Platz in der Gallenblase zu bieten, wird der Galle durch die Schleimhaut der Gallenblase Wasser entzogen, sie also konzentriert. Genau durch diesen Mechanismus können jedoch die in der Galle befindlichen Salze, aufgrund des Entzuges ihres Lösungsmittels, als Kristalle ausfallen und "Steine" bilden.

Entfernt wird bei beiden Methoden die gesamte steintragende Gallenblase, bei beiden Methoden wird in der Regel die Durchgängigkeit des Gallenhauptganges durch eine sog. Cholangiografie, einer Kontrastmittelröntgenuntersuchung während der Operation, überprüft.
Haben sich Steine bereits in den Hauptgallengang (= der Gang von der Leber zum Zwölffingerdarm) „verirrt“, führt das in der Regel zu einem Gallenstau in die Leber und damit zur Ausschwemmung von Bilirubin, einem gelben Farbstoff, ins Blut.
In letzterem Fall ist es mit der Entfernung der Gallenblase nicht getan, es muss zusätzlich die Einmündung des Hauptgallenganges in den Zwölffingerdarm erweitert werden. Dies geschieht durch einen diagnostisch/therapeutischen Eingriff namens ERCP (Endoskopisch Retrograde Cholangio- Pankreaticografie), einer Methode die im Prinzip so wie eine Magenspiegelung mit einem speziellen Endoskop funktioniert.
Sollten im Rahmen der offenen Gallenblasenoperation Gallengangssteine auffallen oder eine ERCP nicht im Sinne einer vollständigen Entfernung aller Gallengangssteine funktionieren, müssen die Steine „offen“ aus dem Hauptgallengang geborgen werden.

Eingriffe am galleableitenden System
Außerdem führen wir noch diverse Arten von Gallenableitungsoperationen bei irreversibler Verengung oder Verlegung der Ableitenden Gallenwege durch.
(Verbindung zwischen Gallenblase und der Bauchdecke mit Ableitung nach außen; Verbindung des Hauptgallenganges mit Dünndarmanteilen; u.s.w)

Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse
Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse müssen - in der Regel - aus 2 Gründen erfolgen: Der akuten oder chronischen Entzündung sowie Tumoren der Bauchspeicheldrüse.
An unserer Abteilung werden die klassischen Methoden der teilweisen Bauchspeicheldrüsenentfernung (Op nach Whipple und Pankreas Links-Resektion) sowie sämtliche Drainageoperationen (z.B. nach Bauchspeicheldrüsenentzündungen entstehende „Pseudozysten“) durchgeführt.