CHIRURGIE

Endoskopie

Unter Endoskopie versteht man die Untersuchung von Körperhöhlen "von innen". Dazu werden spezielle Geräte (Endoskope) gebraucht, welche einerseits eine optische Einrichtung zum "Durchsehen", ausreichende Lichtmengen und andererseits einen zusätzlichen Kanal für Werkzeuge zur Manipulation zur Verfügung stellen müssen.

Aufgrund moderner Lichtleitertechnik gelingt es heute ausreichend dünne schlauchartige und vor allem flexible Endoskope herzustellen. Sie ermöglichen das langsame "Durchschreiten" von Körperhöhlen und eine hervorragende Beurteilbarkeit der Schleimhäute. Darüber hinaus kann durch den Arbeitskanal eine kleine Zange eingebracht werden, und damit können während der Untersuchung Gewebsproben (PE´s=ProbeEntnahme) entnommen werden, welche schließlich unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht werden können.

Außerdem kann z.B. bei akuten Blutungen durch Einbringen von Gefäßclips oder Unterspritzen endoskopisch auch eine Behandlung erfolgen.

Die häufigsten endoskopischen Untersuchungen sind die Gastroskopie (Magenspiegelung) und die Coloskopie (Dickdarmspiegelung).

Hier werden noch ein paar häufige Fragen zum Thema Endoskopie beantwortet (FAQ)


Die Magenspiegelung: (Dauer ca. 10 - 15 min)

Für eine Magenspiegelung ist kaum Vorbereitung nötig, Sie müssen lediglich seit mindestens sechs Stunden nüchtern sein.

Die Untersuchung erfolgt in Linksseitenlage, wobei zuerst Ihr Rachen mit einem Oberflächenanästhetikum (Sprühflasche) "betäubt" wird. Der Untersucher führt dann das Endoskop durch den Mund in den Rachen ein und fordert Sie schließlich zum Schlucken auf. Sie schieben damit das Endoskop durch die Speiseröhre in Richtung Magen. Um die Speiseröhre und den Magen gut zu entfalten, müssen wir ein klein wenig Luft einblasen; dieses Manöver ist für Sie eher unangenehm, garantiert uns jedoch die Sicht. In Folge wird nun ein orientierender "Rundgang" durch Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm gemacht.

Auffällige Areale werden fotografiert und anschließend werden mindestens 6 Routine PE´s (Gewebeentnahmen) aus verschiedenen Anteilen Ihres Magens entnommen. Damit ist die Untersuchung beendet und Ihr Untersucher kann Sie gleich über das Ergebnis der Untersuchung informieren. In einigen Fällen wird man jedoch das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung abwarten müssen.


Die Darmspiegelung (Dauer ca. 10 - 25 min)

Für eine Darmspiegelung müssen Sie, anders als bei der Magenspiegelung, vorbereitet werden. Im Rahmen dieser Vorbereitung wird über verschiedene Methoden (zumeist über eine kurze Trinkkur) der Dickdarm vollständig entleert.

Die Untersuchung wird entweder in Seitenlage oder in Steinschnittlage (so wie auf dem gynäkologischen Stuhl) durchgeführt und beginnt mit dem Austasten des Anus und Mastdarms mit dem Finger. In der Folge wird das Endoskop eingebracht und unter vorsichtigem Einblasen von Luft den gesamten Dickdarm bis zum Blinddarm (das ist der erste Dickdarmanteil, liegt im rechten Unterbauch und hat mit der "Blinddarmoperation" nur mittelbar zu tun) hinaufgeschoben. Dabei muss der Darm auf das Endoskop sinngemäß "aufgefädelt" werden. Anschließend wird beim Zurückziehen die gesamte Schleimhaut auf Entzündungszeichen, Polypen oder andere Tumore untersucht. Werden solche Veränderungen gefunden, können sie in der Regel sofort mit endoskopischem Werkzeug entfernt bzw. biopsiert (kleine Gewebsentnahme) werden. Am Ende der Untersuchung wird noch die Afterregion "von oben" besehen, um Hämorrhoiden oder Entzündungen zu dokumentieren.


FAQ´s (häufig gestellte Fragen)

F: Kann man die Untersuchungen auch in Narkose machen lassen?

A: Abgesehen von einigen Ausnahmen (z.B. Kinder), nein. Das Risiko einer Untersuchung in Narkose ist ungleich höher als ohne; wir können jedoch eine Sedierung ("Wurschtigkeitsspritze") anbieten.

F: Kann man die Untersuchungen auch ambulant durchführen lassen?

A: Im Krankenhaus besteht derzeit weder die ökonomische, noch die logistische Infrastruktur, um Endoskopien routinemäßig ambulant durchführen zu können. Ein zweitägiger Krankenhausaufenthalt (Darmspiegelung, Durchuntersuchung) ist daher unumgänglich. Wenn Sie eine ambulante Untersuchung wünschen, dann gibt es hier einen Tipp.

F: Ich hatte früher einmal ein Magenröntgen. Warum muss man sich jetzt mit einem Schlauch in den Magen schauen lassen?

A: Das Röntgen war eine "indirekte Methode" die Schleimhaut des Magens zu beurteilen. Die Anzahl falsch negativer Befunde (also Personen, die trotz Krankheit als gesund befundet wurden) ist jedoch im Vergleich mit der Endoskopie ungleich höher. Außerdem ist die Gewebsentnahme beim Röntgen nicht möglich (und die bringt oft erst die Diagnose!), und eine am Röntgenbild festgestellte Erkrankung würde unausweichlich sowieso zur Endoskopie führen.

F: Ich nehme Marcoumar-Tabletten zur Blutgerinnungshemmung wegen eines durchgemachten Schlaganfalls/Herzinfarkt/einer Venenthrombose ein. Kann ich trotzdem endoskopiert werden?

A: Prinzipiell ja, aber wir können aufgrund der Gerinnungshemmung keine Manipulationen und keine Probeentnahmen vornehmen. Wenn die Untersuchung planbar ist, sollte Marcoumar (oder Sintrom) ungefähr 4-5 Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden. Thrombo-Ass oder ähnliche (Blut-)Plättchenaggregationshemmer sollten drei Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden. Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Hausarzt oder kommen Sie zu uns in die Ambulanz.

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