CHIRURGIE
Chirurgie der Brustdrüse
Knotige Verdichtungen in einer weiblichen Brustdrüse sind ein häufiges Phänomen - ebensolche in einer männlichen Brust - Seltenheit, aber nicht unmöglich! Die Ursachen für diese Knotenbildungen sind unterschiedlich, von völlig harmlosen Gewebsverdichtungen über gutartige Wucherungen des Drüsenkörpers bis auch zum - leider nicht so seltenen - bösartigen Brusttumor.Alle diese Veränderungen haben eines gemeinsam: Nur die mikroskopische Betrachtung entnommenen Gewebes, erlaubt eine sichere Differenzierung dieser Erkrankungen.
Das bedeutet, dass man weder durch Abtasten, noch durch die Mammografie, noch durch einen Ultraschall der Brustdrüse eine ausreichend genaue Diagnose stellen kann! Auch sonstige Parameter wie das Alter der Betroffenen und dergleichen lassen leider keinerlei Rückschluss auf die Erkrankung, und schon gar nicht auf Gut- oder Bösartigkeit, zu.
Der einzige Weg zur Diagnose ist daher die Entnahme von Gewebe aus dem knotigen Areal und die Befundung des Gewebes unter dem Mikroskop durch einen erfahrenen Pathologen.
Zum Zwecke der Gewebeentnahme existieren zahlreiche Möglichkeiten, die sich letztlich einerseits in der Menge des entnommenen Gewebes (chirurgische Entfernung versus Punktion mit einer speziellen Nadel) und andererseits in der Form der Schmerzausschaltung unterscheiden.
An unserer Abteilung bevorzugen wir zu 99% die chirurgische Entfernung des Knotens mit mikroskopischer Diagnosestellung noch während der Operation (intraoperativer Schnellschnitt) in Vollnarkose. Noch während der Operation steht die Diagnose fest, und die Operation wird abhängig von der Diagnose und der mit Ihnen zuvor getroffenen Vereinbarung fortgesetzt.
Die Chirurgie der Brustdrüse kennt (etwas vereinfacht) folgende Eingriffe (die selbstverständlich an unserer Abteilung durchgeführt werden)
die alleinige Entfernung des Knotens (Tumorektomie); bei gutartigen und harmlosen Befunden.
Die Quadrantenresektion
Dabei wird unter Erhaltung der restlichen Brustanteile der knotentragende Quadrant entfernt. Dieses Vorgehen ist auch bei bösartigen Tumoren (mit wenigen Ausnahmen) möglich, allerdings müssen hierbei zusätzlich die Lymphknoten der gleichseitigen Achselhöhle mitentfernt werden. Außerdem muss in der Folge eine Bestrahlung durchgeführt werden.
Statistisch ist dieses Verfahren der Entfernung der gesamten Brust ebenbürtig.
Die Entfernung der gesamten Brust (Mastektomie)
und die Entfernung der Lymphknoten der direkten Umgebung (zumeist gleichseitige Achselhöhle) als radikalste Variante.
Wenn Sie einen auffälligen Knoten tasten, wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder an unsere Ambulanz. Es wird in der Folge notwendig sein, die Veränderung mit „bildgebenden Verfahren“ (Mammografie, Ultraschall der Brust) in Form und Größe zu dokumentieren. Diese Untersuchungen werden sowohl bei uns im Haus als auch beim niedergelassenen Radiologen durchgeführt. Wenn diese Befunde vorliegen, werden wir Sie mit höchster Wahrscheinlichkeit zur Probe(gewebs)entnahme mit Schnellschnitt in Allgemeinnarkose einladen (bzw. Sie werden von Ihrem Hausarzt überwiesen). Das bedeutet, dass Sie stationär aufgenommen werden müssen, dass zahlreiche Voruntersuchungen (Blutabnahme, Lungenröntgen, Bauchultraschall) durchzuführen sind und schließlich meist an einem Mittwoch die Operation erfolgen kann.
Vor der Operation, besprechen wir mit Ihnen das entsprechende Vorgehen für alle möglichen Diagnosen. Diese Besprechung ist belastend für Sie, da natürlich auch das Vorgehen bei bösartigen Tumoren besprochen werden muss, obwohl vielleicht die Verdachtsmomente dafür in Ihrem speziellen Fall gering sind. Da wir aber die Diagnose erst während der Operation erfahren und Sie zu diesem Zeitpunkt narkotisiert sind, müssen wir bereits im Vorfeld – gemeinsam mit Ihnen – das Vorgehen für jede Eventualität festlegen. Selbstverständlich können Sie zu diesem Gespräch eine Vertrauensperson hinzuziehen!
Zur Probeentnahme wird immer der kleinst mögliche, kosmetisch unauffälligste Zugang gewählt. Das bedeutet, dass im Fall einer völlig harmlosen Diagnose und damit fehlendem Auftrag zum weiteren chirurgischen Vorgehen nur eine kleine, wenige Zentimeter große Narbe an schwer sichtbarer Stelle verbleibt (Hautfalten, Warzenhof).
Macht die chirurgische Abteilung auch kosmetische Eingriffe an der Brust?
Prinzipiell sind kosmetische Eingriffe – also Eingriffe, die rein der Korrektur des Aussehens dienen – durch das öffentliche Gesundheits(finanzierungs)wesen nicht gedeckt und werden damit nicht bezahlt. Eine Ausnahme bilden jedoch Eingriffe die einem höheren Zweck als der Korrektur des Aussehens dienen, wie zum Beispiel die Entlastung der Wirbelsäule bei besonders großen (und vor allem schweren) Brüsten. Die Genehmigung dazu erteilt, nach Prüfung jedes Einzelfalles, die Krankenkasse, also der Chefarzt. In genehmigten Fällen und nach persönlicher Rücksprache mit Prim. Dr. Schandalik werden an unserer Abteilung solche „Mammareduktionsplastiken“ mit ansprechendem kosmetischen Ergebnis durchgeführt.
„Aufbauplastiken“ sind eine Domäne der plastisch- und rekonstruktivchirurgischen Abteilungen und werden an unserer Abteilung nicht durchgeführt.
