CHIRURGIE

Adipositas - krankhafte Fettsucht

Was hat der Chirurg mit der Behandlung der Fettsucht zu tun?

Die moderne Chirurgie hat Methoden entwickelt, um mit einem wenig traumatisierenden Eingriff eine sichere Hilfe beim Abnehmen bereitzustellen. Sie sind Hilfe für Menschen mit "krankhaftem" Übergewicht, welches bereits auch andere Körpersysteme, die Gelenke, die Atmung, den Stoffwechsel (Diabetes!) und nicht zuletzt die Psyche in Mitleidenschaft zieht oder bereits gezogen hat.

In den letzten Jahren werden zunehmend einige dieser OP-Methoden nicht nur unter dem Gesichtspunkt „Gewichtsreduktion“, sondern auch zur Behandlung des oft mit der Fettsucht vergesellschafteten Diabetes Mellitus Typ II gesehen. Durch die Chirurgie der krankhaften Fettsucht können, in Abhängigkeit der gewählten Methode, bis zu 90% der Diabetiker geheilt werden, und dies oft in nur kürzester Zeit, sodass keine Insulin-Injektionen bzw. Diabetes-Medikationen mehr erforderlich sind!

Krankhaft übergewichtig ist jeder, der mehr als 50% des für ihn normalen Gewichtes hat. Gut 5 % der Bevölkerung sind exzessiv übergewichtig!

Gemessen wird das Übergewicht mittels BMI (Body Mass Index):

Gewicht (kg):  

Größe (cm):

  

BMI:

normal BMI 20 - 25     übergewichtig 25 - 30      exzessiv übergewichtig >40

OP-Indikation besteht bei einem BMI ab 40!
Bei zugleich bestehenden Diabetes mellitus TII schon über einem BMI ab 36.

Möglichkeiten der Chirurgie der krankhaften Fettsucht:

Möglichkeiten der Chirurgie der krankhaften Fettsucht – alle Operationen werden fast ausschließlich laparoskopisch über wenige kleine Öffnungen durchgeführt, wobei auch in so manchem Fall eine SINGLE-INCISION-Technik nur durch den Nabel eingesetzt wird:

Methoden

Gastric banding

Ein in seiner Durchgängigkeit verstellbares Band wird um den obersten Magenanteil gebracht, durch einen unter der Haut angebrachten, unsichtbaren Zugang kann die Einengung verengt bzw. auch wieder erweitert werden. Wirkt ausschliesslich durch die Behinderung grösserer Nahrungsaufnahmen.
Gewichtsabnahme gut, Hungergefühl verbleibt aber, die Wirkung beim Diabetiker eher geringgradiger.

Magenbypass

Dabei wird der Magen stark verkleinert, dieser kleine Restmagen wird direkt mit dem Dünndarm verbunden. Damit erreicht man eine Herabsetzung der möglichen Nahrungsaufnahme und des Hungergefühles, zugleich aber auch die so wichtige Veränderung der Verdauung (was für die Behandlung bzw. auch Heilung des Diabetes wichtigst ist), sodass sich diese Methode, auch in verschiedenen Modifikationen, derzeit als die wichtigste und auch als die weltweit am häufigsten durchgeführte Adipositas-Chirugie etabliert hat.

Gewichtsreduktion auf fast Normalmass innerhalb eines Jahres, Diabetes-Heilung in bis über 90%.

Sleeve-Resektion

Es wird der Magen als Art Verlängerung der Spieseröhre massiv verkleinert, dadurch sinkt das Hungergefühl und auch die Speisenaufnahme wird stark verringert. Wird besonders in bestimmten Fällen durchgeführt, Wirkung bzgl. Diabetes geringer.

Ansprechpartner: Prim.Dr. R. Schandalik