10 Jahre Onkologie Krankenhaus St. Josef Braunau

vom Pilotprojekt zur Erfolgsgeschichte

Um auch der Bevölkerung abseits der großen Gesundheitszentren eine höchst qualitative Versorgung bei Krebserkrankungen anbieten zu können, startete vor 10 Jahren das Krankenhaus St. Josef Braunau eine Kooperation mit dem Klinikum Wels. Initiator dieses Projekts war der dortige Internist und Onkologe Univ.-Prof. Prim. Dr. Josef Thaler, derzeit auch Präsident der Krebshilfe Oberösterreich. Unter seiner Anleitung und gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern OA Dr. C. Baldinger und Univ.Doz. Dr. T. Kühr wurde ein kompetentes Ärzteteam aufgebaut, das vor Ort die medizinische Betreuung durchführt, Leiter dieses Teams sind OÄ Dr. Sigrid Wimmer, Internistin in St. Josef und Fachärztin für Hämatologie und internistische Onkologie, der Chirurg OA Dr. Reinfried Hofmann und der Gynäkologe OA Dr. Dieter Schwanninger. Prof. Thaler steht weiterhin als wichtiger Ansprechpartner und wissenschaftlicher Berater zur Verfügung.

Für die Patientinnen und Patienten des Bezirkes Braunau bringt dieser Medizinverbund zwischen St. Josef und dem Klinikum Wels-Grieskirchen viele Vorteile. Das Krankenhaus St. Josef kann nämlich so Spitzenmedizin auf internationalem Top-Level beim überwiegenden Teil aller Krebsarten anbieten. Ein weiteres großes Plus ist die wohnortnahe Versorgung und Nachsorge, der Heilungsverlauf wird dadurch positiv beeinflusst. Und auch die Apotheke des Krankenhauses ist ein wichtiger Baustein, sie kann heute die benötigten Medikamente, die Zytostatika, zubereiten, in einem Monat immerhin etwa 250. In den 10 Jahren des Bestehens der Onkologie St. Josef sind über 2000 Patienten behandelt worden.

Die besondere und einzigartige Stärke der Onkologie St. Josef ist die fächerübergreifende Zusammenarbeit. Die Überschaubarkeit dieses Teams ist der große Erfolgsfaktor. So findet jeden Donnerstag ein Tumorboard statt, eine Konferenz aus Ärzten und Fachleuten aus den Fächern Strahlentherapie, Chirurgie, Gynäkologie, Röntgen, Internistische Onkologie und Klinische Psychologie. Die Krankheiten und die Therapie jedes Patienten werden hier gemeinsam genau erörtert, Patienten dann anschließend sofort aus erster Hand informiert und beraten. Und die behandelnden Ärzte bleiben für jeden Patienten immer dieselben. Die dadurch erzielte Geborgenheit ist vorbildlich. Es kommt in der Onkologie St. Josef nicht der Patient zu den Ärzten, sondern die Ärzte zum Patienten. Wichtig ist auch die sehr qualifizierte und versierte Pflege, die psychosoziale Begleitung und die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und den Selbsthilfegruppen. Und dies alles vor Ort.

Bald hat sich in St. Josef eine Tagesklinik für Patienten mit Krebserkrankungen entwickelt, vorwiegend für die tagesklinische Chemotherapie. Zusätzlich gibt es noch die onkologische Ambulanz. Hier erfolgt die Nachsorge, die Abklärung und auch die Therapie, etwa die Verordnung von oralen Tumortherapien. Zudem ist eine Palliativstation mit vier Betten entstanden, der fließende Übergang von Akut- zu Palliativmedizin wird so gut gewährleistet.

So kann sich das Krankenhaus St. Josef auch hinsichtlich der Erfolgsquote bei der Behandlung von Krebserkrankungen mit den internationalen Standards gut vergleichen. Das vor 10 Jahren als Pilotprojekt begonnene  Kooperationsmodell „Onkologie Krankenhaus St. Josef“ hat sich inzwischen als ein wichtiger Bereich für das Krankenhaus St. Josef und damit für die Versorgung der lokalen Bevölkerung etabliert.

10 Jahre Onkologie

v.l.: OA Dr. Dieter Schwanninger, OÄ Dr. Sigrid Wimmer, OA Dr. Reinfried Hofmann